Pakistan: Bischof fordert christlichen Religionsunterricht an staatlichen Schulen

Pakistan: Bischof fordert christlichen Religionsunterricht an staatlichen Schulen

KÖNIGSTEIN, 18. Oktober 2011 (Vaticanista/KIN).- Staatliche Schulen in Pakistan sollen christlichen Religionsunterricht anbieten, wenn sie von christlichen Schülern besucht werden. Das hat der Apostolische Administrator der Erzdiözese Lahore, Bischof Sebastian Francis Shaw, bei einem Besuch in der internationalen Zentrale des katholischen Hilfswerks „Kirche in Not“ in Königstein gefordert.

Katholische Schulen bieten laut Shaw muslimischen Schülern die Möglichkeit, islamischen Religionsunterricht zu besuchen, während es in staatlichen Schulen keinen Religionsunterricht für die Angehörigen religiöser Minderheiten gibt. Es sei wichtig, dass alle Menschen in Pakistan zusammen an einer friedlichen Zukunft arbeiteten.

Insbesondere Lehrern, Professoren an den Universitäten und Politikern komme dabei eine besondere Rolle zu. „Wenn ein Mensch wirklich an seine Religion glaubt, wird er andere Menschen respektieren“, erklärte der Bischof.

Katholische Schulen legen seiner Aussage nach besonderen Wert darauf, ihren Schülern, von denen viele Muslime seien, allgemeine menschliche Werte beizubringen. „Wenn jemand lernt, das Gute zu wählen, wird er das Gute auch in anderen Menschen finden. Wir respektieren jeden Pakistani unabhängig von seiner Religionszugehörigkeit“, betonte der Bischof.

Er kritisierte, dass die Minderheiten in Pakistan zurzeit noch „in Angst“ lebten. Es gebe allerdings „Grund zur Hoffnung“, da es in der Gesellschaft in letzter Zeit Versuche gebe, sich für den Dialog, eine größere Harmonie und Demokratisierung einzusetzen. Das sei an der Arbeit verschiedener Kommissionen und Nichtregierungsorganisationen im Land erkennbar, sagte Shaw abschließend.

Von den rund 184 Millionen Einwohnern Pakistans sind nach Angaben von „Kirche in Not“ mehr als 96 Prozent Muslime. 1,2 Millionen Menschen bekennen sich zur Katholischen Kirche. Die meisten von ihnen leben in der Erzdiözese Lahore.

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