Fastenzeit ist Erneuerung des Christseins

Papst Benedikt XVI. zur Bedeutung der Fastenzeit

Von Andreas Breitkopf

ROM, 22. Februar 2012 (Vaticanista).- „Wir alle brauchen immer wieder dieses Neuwerden unseres Christseins“. Mit diesen Worten hat Papst Benedikt XVI. am Mittwoch auf das zentrale Thema der Katechese hingewiesen: die beginnende Fastenzeit. Vor zahlreichen Pilgern und Besuchern aus verschiedenen Ländern erläuterte er bei der Generalaudienz am Aschermittwoch in der Audienzhalle Pauls VI. im Vatikan, dass es sich bei der „Quadragesima“, der 40tägigen Fastenzeit, ursprünglich um eine Vorbereitungszeit für die Taufbewerber handelte, die am Osterfest das Sakrament der Taufe empfangen sollten.

Im Laufe der Jahre ist die Fastenzeit auch eine Zeit der Büßer geworden, die sich reinigen ließen, um wieder zur vollen Kommuniongemeinschaft mit der Kirche zurückzukommen. Auch auf die Dauer der Fastenzeit ging der Pontifex in seiner Katechese ein. Die Zahl „40“ erinnere an einen in der Bibel weit verbreiteten Symbolismus, „an verschiedene Episoden intensiver Gotteserfahrung in der Geschichte Israels sowie an die Versuchung Jesu in der Wüste“.

Diese verschiedenen Episoden, so der Papst, „können Wüstenzeiten sein, die durch eine gewisse Ambivalenz gekennzeichnet sind“. Zum Einen komme eine besondere Nähe zu Gott zum Ausdruck, zum Anderen werde aber auch Gefährdung und Versuchung sichtbar. Selbst unser Herr Jesus Christus habe diese Ambivalenz auf sich genommen. Er gehe in die Wüste, um ganz beim Vater zu sein, „um im Alleinsein mit dem Vater sich innerlich zu bereiten auf den großen Auftrag, den er in der Welt zu erfüllen hatte“. Auch für die Kirche von heute könne sich die Wüstenzeit in eine Zeit der Gnade verwandeln, „da wir die Gewissheit haben, dass Gott auch aus dem härtesten Felsen lebendiges Wasser hervorsprudeln lassen kann, das den Durst löscht und Erfrischung bietet“.

Abschließend betonte der Papst, dass die Fastenzeit, oder auch österliche Bußzeit genannt, dazu helfen wolle, die Freundschaft mit Gott tiefer zu leben: „Nicht aus eigener Leistung und nicht alleine, sondern im Hören, im Voneinander und Füreinander eines gemeinsamen Weges des Glaubens und des Betens, in dem wir auch die Alternative begreifen können und lernen, dass das scheinbar Glanzlose das Wahre und das Gute ist“. Gottes Wille sei es, dass er durch jeden Einzelnen zum Anderen kommen könne. „Öffnen wir uns diesem Zuspruch, dieser Erwartung Gottes und hoffen wir, dass er uns Begegnungen schenkt, deren wir bedürfen“.

Artikel drucken

Dieser Beitrag wurde unter Nachrichten, Vatikan veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.