Beziehung zu Gott erneuern

Papst Benedikt XVI. zum ersten Fastensonntag

Von Andreas Breitkopf

ROM, 27. Februar 2012 (Vaticanista).- Papst Benedikt XVI. hat in seiner Ansprache beim Angelus-Gebet auf dem Petersplatz am ersten Fastensonntag den Gläubigen die Fastenzeit als geeigneten Augenblick empfohlen, ihre Beziehung zu Gott zu erneuern. „Durch das tägliche Gebet, die Gesten der Buße, die Werke der brüderlichen Liebe“.

Der Pontifex erläuterte, mit Blick auf das Sonntagsevangelium (Mk 1,12-15), welches von dem vierzigtägigen Verbleiben Jesu in der Wüste berichtet, dass die Wüste mehrfach gedeutet werden könne. Einerseits könne Wüste als ein Zustand der Verlassenheit und Einsamkeit ausgelegt werden, „den Ort der Schwäche des Menschen, wo es keine Stützen und Sicherheiten gibt, wo die Versuchung stärker wird“. Andererseits könne Wüste aber auch ein Ort der Zuflucht bedeuten. Diese Erfahrung durfte auch das Volk Israel nach der Knechtschaft in Ägypten machen, bei der sie die Gegenwart Gottes in besonderer Weise erfahren durften.

In Anlehnung an den Satz, dass Jesus vierzig Tage lang in der Wüste gewesen sei und vom Satan in Versuchung geführt wurde, führte der Papst ein Zitat von Leo dem Großen an, wo es heißt: „Der Herr wollte den Angriff des Versuchers erleiden, um uns mit seiner Hilfe zu verteidigen und mit seinem Beispiel zu lehren“.

Jesus verkünde die nahe Ankunft des Reiches Gottes und die Bitte des Herrn, umzukehren und an das Evangelium zu glauben. Damit kündige er an, dass in ihm etwas geschehen werde: „Gott wendet sich an den Menschen auf unerwartete Weise, mit einer einzigartigen und konkreten Nähe, die voller Liebe ist“. Gott werde Mensch und trete in die Welt des Menschen ein, um auf sich die Sünde zu nehmen, „um das Böse zu besiegen und den Menschen in die Welt Gottes zurückzubringen“.

Zum Abschluss seiner Ansprache in italienischer Sprache bat der Papst die anwesenden Gläubigen, für die Woche der Exerzitien der Römischen Kurie zu beten, die traditionell am Abend des ersten Fastensonntags beginne. In diesem Jahr ist der Exerzitienprediger der Erzbischof von Kinshasa, Laurent Monsengwo Kardinal Pasinya. Die Besinnungstage stehen unter dem Thema: „Die Gemeinschaft der Christen mit Gott“. Während dieser Woche wird das Arbeitspensum im Vatikan auf ein Mindestmaß heruntergefahren, so dass es Zeit gibt, um auf die Botschaft Jesu zu hören und ihm seine ganze Aufmerksamkeit zu schenken.

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