Türkische Regierung gibt grünes Licht für Priesterseminar

Ankündigung kommt wenige Tage nach Ansprache von Patriarch Bartholomaios

Von Johannes Auer

ISTANBUL, 29. Februar 2012 (Vaticanista).- Die türkische Regierung hat, wenige Tage nach der Ansprache des Ökumenischen Patriarchen vor der verfassungsgebenden Kommission des türkischen Parlaments, grünes Licht für die Wiedereröffnung von Priesterseminaren gegeben. Jahrzehnte hatten sich die Europäische Union, die USA und der Patriarch selbst für die Wiedereröffnung des Seminars auf der vor Istanbul liegenden Insel Chalki eingesetzt – vergeblich. Das Seminar ist seit 1971 geschlossen. Die türkischen Regierungen hatten stets gegen die Minderheiten Politik betrieben. Dem Ökumenischen Patriarchat blieb es so Jahrzehnte verwehrt, Kleriker selbst auszubilden. Ausländische Priester durften aber auch nicht in den türkischen Gemeinden wirken.

Das könnte sich nun ändern. Denn nun kündigte der stellvertretende Premierminister Bekir Bozdağ kündigte die Wiedereröffnung von Priesterseminaren an. Bozdağ sagte gegenüber der der säkular-nationalen Zeitung “Hürriyet Daily News”, die türkische Regierung sehe keinen Grund, warum Priester in der Türkei nicht ausgebildet werden sollten. Das wäre eine historische Wende. Wie der Vize-Premier betonte, würden die Seminare Teil der Universität sein und damit dem staatlichen Bildungsprogramm unterliegen, vergleichbar den theologischen Fakultäten in Deutschland und Österreich. Die islamisch-konservative Regierungspartei AKP könnte damit nicht nur innerhalb des Landes für Befriedung sorgen, sondern auch ein Zeichen für die islamische Welt setzen.

 

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