„Nicht auf Einheit der Kirchen warten“

Katholische Vertreter treffen in Moskau Metropolit Hilarion Alfejew

MÜNCHEN/MOSKAU, 30. Mai 2012 (Vaticanista/KIN).- Der für die Außenbeziehungen der russisch-orthodoxen Kirche zuständige Metropolit Hilarion Alfejew hat an Pfingsten in Moskau auf die gemeinsamen Aufgaben von Orthodoxen und Katholiken in der von Materialismus und Konsumdenken geprägten Welt hingewiesen. Bei einem Treffen mit Johannes Freiherr Heereman von Zuydtwyck, dem geschäftsführenden Präsidenten der päpstlichen Stiftung Kirche in Not, betonte Hilarion, man müsse nicht auf die Einheit der Kirchen warten, um tätig zu werden. Die eucharistische Gemeinschaft werde es „nicht in ein paar Jahren geben“, aber schon heute gebe es eine „strategische Allianz in Feldern gemeinsamen Interesses“, sagte der Metropolit weiter. In diesen Bereichen könnten beide Seiten gemeinsam handeln.

Hilarion-Alfejew; Foto: KIRCHE IN NOT

Hilarion-Alfejew; Foto: KIRCHE IN NOT

Zu den gemeinsamen Tätigkeitsfeldern zählten Hilarion und Heereman die Hilfe für die verfolgten Christen in arabischen und islamischen Ländern, da sich die Situation dort dramatisch verschlechtere. Ferner benannten sie die gemeinsamen christlichen Werte zum Lebensschutz und im Bereich von Ehe und Familie, die unter der Verweltlichung besonders litten und schließlich die theologische Ausbildung, konkret beim Austausch von Studenten und bei der Vertiefung der Spiritualität.

Beide stimmten darin überein, die Lasten der Vergangenheit abwerfen zu müssen. Dazu seien, so betonte Hilarion, Treffen und gemeinsame Aktivitäten nötig. Er verwies in diesem Zusammenhang auf seine Begegnung mit Kurienkardinal Kurt Koch, dem Präfekten des Päpstlichen Rates für die Ökumene, im März 2011 beim Internationalen Kongress „Treffpunkt Weltkirche“. Veranstalter des Kongresses war Kirche in Not. Man sei an Projekten interessiert, „die uns näher zusammenbringen“. Mit „Kirche in Not“ arbeitet die russisch-orthodoxe Kirche schon lange zusammen.

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