Der einstige Konzilsperitus verkündet jetzt „Jahr des Glaubens“

Das vom Papst ausgerufene Jahr des Glaubens beginnt in diesem Herbst

Von Andreas Breitkopf

ROM, 20. Juli 2012 (Vaticanista).- Am 11. Oktober beginnt das Jahr des Glaubens. Es ist der Jahrestag der Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils. In diesem Jahr sind nun 50 Jahre vergangenen, seit Papst Johannes XXIII. dieses Konzil überraschend einberief. Die katholische Kirche sollte durch ein Aggiornamento in Lehre und Organisation reformiert und die Begegnung der getrennten christlichen Kirchen sowie den Dialog mit anderen Religionen gefördert werden, so die Idee des Roncalli-Papstes. Eine Woche vor Beginn des Konzils unternahm er eine Wallfahrt an das Grab des Heiligen Franziskus von Assisi.

Vom 11. Oktober 1962 bis zum 8. Dezember 1965 versammelten sich insgesamt 3.044 Teilnehmer (davon 2.498 Konzilsväter) in der Basilika St. Peter in Rom, um über die Zukunft der Kirche zu entscheiden.

Auch der junge Theologe Joseph Ratzinger, der damals den Lehrstuhl für Fundamentaltheologie an der Friedrich-Wilhelm Universität Bonn innehatte, nahm an diesem historischen Großereignis teil: Als sogenannter „Konzilsperitus“ begleitete er den Kölner Erzbischof Joseph Kardinal Frings zum Konzil. Besonders die Rede von Kardinal Frings über das Heilige Offizium unter der Leitung von Alfredo Kardinal Ottaviani, welche maßgeblich die Handschrift des jungen Theologen Ratzinger trug, hatte erhebliche Auswirkungen und führte letztlich zur grundlegenden Umgestaltung der Kongregation für die Glaubenslehre.

In insgesamt vier Sitzungsperioden erarbeiteten die Konzilsväter die Dokumente, die heute zur Richtschnur der römisch-katholischen Kirche gehören und in den folgenden Pontifikaten ihre Interpretation erfuhren. Die Bekanntesten sind:

Sacrosanctum Concilium (Konstitution über die heilige Liturgie), Lumen Gentium (Dogmatische Konstitution über die Kirche), Unitatis redintegratio (Dekret über den Ökumenismus), Nostra Aetate (Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen), Dei Verbum (Konstitution über die göttliche Offenbarung), Ad Gentes, (Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche), Gaudium et Spes (Pastorale Konstitution über die Kirche in der Welt von heute).

Zwar wurde das Konzil von Papst Johannes XXIII. eröffnet, aber es konnte von ihm nicht mehr abgeschlossen werden. Sein Nachfolger, Papst Paul VI. vollendete das Konzil am 8. Dezember 1965.

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