Für den Brückenbauer im liebenden Gebet

Novene zur Amtsniederlegung Papst Benedikt XVI.

Von Michaela Koller (Vorspann) und Monsignore Joachim Schroedel (Gebetstext)

MÜNCHEN, KAIRO, 19. Februar 2013 (Vaticanista).- Eine Woche hat mein Gehirn wie eine Maschine gearbeitet, die nur wenige Stunden in der Nacht zur Ruhe kommt: Gedanken um die letzten 17 Tage des Pontifikates Benedikt XVI., den Ablauf des Amtsverzichts, die zukünftige Realität eines Papstes im Ruhestand, seine Beweggründe, sein Gesundheitszustand, die Zukunft der Kirche. Als am Sonntag schließlich bereits im Kopfkino die Kurie umbesetzt war, folgte den nüchternen Überlegungen der Journalistin auf einmal der Schmerz der Katholikin. Es war ein tiefer stechender Schmerz, den ich zuletzt vor mehr als einem Vierteljahrhundert in einem Alptraum gespürt hatte. In einem Facebook-Chat mit Sabine Beschmann von Deutschland pro Papa fragte diese: „Wir sind vollauf beschäftigt mit unseren Vorbereitungen zum Abschiedskonzert am 2. März. Aber was kommt danach?“ „Dann ist Papa ausgezogen“, antwortete ich. „Es ist wie eine Scheidung, emotional“, fügte ich hinzu. „Das hat Armin Schwibach auch auf Kath.net so geschrieben“, entgegnete mir Sabine Beschmann.

Ja, auch katholische Profi-Kommentatoren traf der Schock und der Schmerz bohrt sich nun in ihr Herz. Monsignore Joachim Schroedel aus Kairo, Geistlicher Beirat von Vaticanista, meldete sich sodann auch auf Facebook mit tröstenden Worten: „Er wird für uns da sein – verborgen vor den Augen der Welt – nahe, sehr nahe zu IHM und daher BRÜCKENBAUER für uns in seinem uns liebenden Gebet!!!!“ Im Hinblick darauf beschlossen wir schließlich, für die letzten neun Tage mit Papst Benedikt XVI. eine Novene für ihn und die Zukunft der Kirche zu formulieren. Vor seiner wichtigen Libanon-Reise hatten wir ja bereits zu einer Novene eingeladen – nicht wissend, dass es sich um die letzte Auslandsreise Papa Benedettos handeln würde. Im Folgenden finden Sie Monsignore Schroedels Gebetstext, mit dem ab Mittwoch begonnen und am Donnerstag, den 28. Februar, abgeschlossen werden kann:

Großer, allmächtiger Gott, der Du Deinen Sohn in diese Welt gesandt hast, Hirte zu sein für Dein Volk; sieh` gnädig an das Flehen Deines Volkes! Dein Diener Benedikt, der unser Diener sein durfte, und Deinem Volk viele Jahre vorstand, hat sich verbraucht im Dienste für die Menschen. Nun gibt er das Petrusamt zurück in Deine Hände. Er hat uns gesagt, dass er für uns beten werde – in der Stille und im Verborgenen.

Wir bitten Dich: Lohne ihm alle Mühe, die er für Deine Kirche auf sich genommen hat. Schenke ihm die Ruhe, die ein „einfacher Arbeiter im Weinberg des Herrn“ verdient hat. Und: segne sein Leben für uns!

Immer hat er uns führen wollen zu dem, was droben ist. Sein Leben ist der große Fingerzeig in die göttliche Zukunft. Daher wollen wir beten: Vater Unser ….

Herr, gib ihm, der Deine Kirche geleitet hat, immer Deinen Schutz und Deinen Segen! So beten wir mit dem Psalm und mit der Kirche:

„Dominus conservet eum et vivificet eum, et beatum faciat eum in terra et non tradat eum in animam inimicorum eius!

Der Herr bewahrte ihn, und schenke ihm Leben, er mache ihn selig auf Erden, und überliefere ihn nicht der Gewalt seiner Feinde!“

Wir bitten Dich in diesen letzten Tagen des Pontifikates unseres Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI., erfülle seine Bitten. Hilf, dass all das, was er für die Kirche ersehnt hat, wahr werde, hilf den vielen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, zur Einheit zu finden, und segne alle, die sich um Einheit mühen.

Vater unser und Gegrüsset seist Du, Maria, (nach Meinung des Hl. Vaters)

 

 

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