Der Traum von wirklichen Anbetern

Nightfever erstmals in Passau

Von Michaela Koller

PASSAU, 24. Dezember 2014 (Vaticanista/ZENIT).- In mehr als 30 Städten gibt es inzwischen Nightfever, Gebetsabende für Jugendliche, seit der Entstehung der Idee nach der Vigilfeier beim Weltjugendtag in Köln 2005. Am Samstagabend fand die Anbetung erstmals im Passauer Stephansdom statt, eingeleitet von einer Eucharistiefeier mit Bischof Stefan Oster. „Ich träume davon, dass es in Passau viele Menschen gibt, die wirkliche Anbeter sind oder noch werden“, sagte der Oberhirte in seiner Predigt. Er träume davon, dass etwa auf dem Domplatz eine Atmosphäre entstehe und wachse, in der es selbstverständlich sei, dass Christus immerzu verherrlicht und angebetet werde. „Ich träume davon, dass hier Räume entstehen, an denen Menschen üben und lernen, wie das geht: Gott im Lobpreis zu verherrlichen.“ Weiter träume er, dass die Menschen lernten mit dem Wort Gottes zu leben und aus diesem Geist heraus Initiativen der Nächstenliebe entstehen. „Kurz ich träume von einem kraftvollen Zeugnis für Jesus für unsere Stadt und für unser Bistum“, sagte er weiter.

Der Auftakt für Nightfever in dem ostbayerischen Bistum war ausgezeichnet besucht. Lokale Medien berichteten von einem überfüllten Dom, in dem viele Betende nur noch stehen konnten. „Es herrschte eine unglaublich berührende Atmosphäre gestern Nacht im Passauer Stephansdom“, berichtete am Sonntag die Redaktion der bischöflichen Facebook-Seite. Es sei eine erwärmende und lichtvolle Nacht“ mit berührenden Worten, Gebeten, Musik und Stille gewesen.

Die Initiatoren laden zu Nightfever für gewöhnlich Jugendliche und junge Erwachsene unter den Passanten in den Fußgängerzonen der Stadtzentren ein. Sie schenken den Besuchern eine Kerze verbunden mit der Einladung, diese in der Kirche anzuzünden. Die Lichter und ruhige neue geistliche Musik schaffen eine Atmosphäre, die viele schließlich verweilen lässt. „Welche Angebote man wahrnimmt, bleibt einem selbst überlassen. Man kann auch einfach mal langsam durch die Kirche gehen und dort stehen bleiben, wo man sich wohl fühlt. Und man kann so lange bleiben, wie man möchte: wenige Minuten, eine Viertelstunde oder gar den halben Abend“, heißt es in einer Erklärung der Initiatoren. Das Angebot am Samstag war nach der heiligen Messe um 18 Uhr durch Eucharistische Anbetung, Möglichkeiten zu Seelsorgegespräch und Beichte abgerundet.

Bischof Oster hatte schon in einem seiner ersten Interviews seiner Amtszeit angekündigt, neue Räume schaffen zu wollen, wo intensiv Glaube kommuniziert werde. Es brauche Gruppierungen, Orte, kleine Zentren, wo Menschen hingehen können und sehen, dass da geistliches Leben stattfinde, so lautet seine Überzeugung. So zeigte sich dies an dem Abend beispielhaft bei Nightfever: „Die Atmosphäre, die von hier heute Abend ausgeht, kann unser Herz neu öffnen für das Mysterium der Anbetung“, sagte der Bischof. Wenn das Herz ein anbetendes Herz sei, wisse, dass es zu Christus gehöre, dann wachse auch Vertrauen, echte Gemeinschaft und Geschwisterlichkeit. Der Dom blieb noch bis 22 Uhr für die Teilnehmer geöffnet.

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