Kölner Generalvikar Heße neuer Erzbischof von Hamburg

Wahl hat ihn „innerlich aufgewühlt“

Von Michaela Koller

HAMBURG, ROM, 27. Januar 2015 (Vaticanista/ZENIT.org).- Der Kölner Generalvikar Prälat Stefan Heße wird neuer Erzbischof von Hamburg. Papst Franziskus ernannte den 48-Jährigen am Montag und bestätigte so die Wahlentscheidung des Domkapitels. Am 14. März wird der Prälat zum Bischof geweiht und damit jüngster Oberhirte einer Diözese in Deutschland sein. Er tritt die Nachfolge von Erzbischof Werner Thissen an, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand getreten ist.

Prälat Heße wurde erstmals am 16. März 2012 Nachfolger von Dominikus Schwaderlapp im Amt des Generalvikars, dessen Stellvertreter er zuvor sechs Jahre lang war. Im September vorigen Jahres wurde er in dem Amt wieder bestätigt, nachdem Kardinal Woelki ins Amt des Kölner Erzbischofs eingeführt worden war. Erfahrungen mit der Leitung einer Diözese konnte Heße im zurückliegenden Jahr als Kölner Diözesanadministrator gewinnen. Heße ist ein geborener Kölner und studierte ab 1986 in Bonn und Regensburg Theologie und Philosophie. Am 18. Juni 1993 wurde er zum Priester geweiht. Heße war zunächst vier Jahre Kaplan in Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) und anschließend sechs Jahre am erzbischöflichen Theologenkonvikt in Bonn tätig, das damals Rainer Maria Woelki führte, heute Kardinal und Erzbischof von Köln. In der Zeit am Konvikt schloss Heße seine theologische Dissertation über Hans Urs von Balthasar ab.

Wie die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) mitteilte, gratulierte der Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx dem künftigen Erzbischof zu seiner Berufung und wünschte ihm für die neue Aufgabe Gottes Segen. „Seit über 20 Jahren sind Sie Priester des Erzbistums Köln. Ihre reiche pastorale Erfahrung, Ihre Verantwortung im Collegium Albertinum, die Leitungsposition für die Pastoralen Dienste im Generalvikariat zu Köln und nicht zuletzt Ihre mit Engagement und Kompetenz wahrgenommene Aufgabe als Generalvikar des Erzbischofs von Köln sind für Sie eine gute Voraussetzung, um das Amt des Erzbischofs von Hamburg zu übernehmen“, schrieb der Münchner Kardinal. „Als in Köln geborener Rheinländer wird Ihnen das Erzbistum an der Elbe sicherlich bald ans Herz wachsen.“

Das Erzbistum Hamburg freue sich auf seinen neuen Erzbischof, betonte Marx. „In den vergangenen Jahren durften wir – gerade auch in der Bischofskonferenz – viele wertvolle Impulse aus dem Nordbistum erleben“, schrieb er in Erinnerung an den Katholikentag 2000 in Hamburg oder die Frühjahrs-Vollversammlung der deutschen Bischöfe 2009. Wenn er künftig zwischen Nord- und Ostsee unterwegs sei, werde ihm ein frischer Wind entgegen wehen. „Ich wünsche Ihnen sehr, dass Sie dieser Wind und das Engagement Ihrer künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Gläubigen beflügeln werden.“

Stefan Heße wird nach der Wiedererrichtung des Erzbistums Hamburg im Jahre 1994 der dritte Erzbischof der nördlichen Metropolie. In einem ersten Gruß „an die Menschen im Erzbistum Hamburg“ schrieb der Neuernannte, dass ihn die Wahl sehr berührt, aber gleichzeitig auch innerlich aufgewühlt habe. „Ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich von ganzem Herzen zu dieser Berufung mein ‚Ich bin bereit‘ sagen konnte.“ Er freue sich auf viele Begegnungen und Gespräche, auf den gemeinsamen Gottesdienst und das Gebet und auf den Einsatz für die Armen und Benachteiligten in der Gesellschaft. Wo er früher Urlaub verbrachte, verlagere sich nun sein Lebensschwerpunkt. „Ich will Sie kennenlernen, Ihr Denken und Fühlen, Ihre Not und Sorge, Ihre Freude und Hoffnung. Mitten in alldem – davon bin ich zutiefst überzeugt – werden wir die Spur Gottes erkennen können“, schrieb er.

 

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