Papst segnet Kuba vom Kreuzeshügel

Trotz jahrzehntelangem Atheismus Zeugnis der christlichen Wurzeln

Von Federico Cenci

HOLGUIN, 25. September 2015 (Vaticanista/ZENIT.org).- Der kubanische Loma de la Cruz (Kreuzeshügel) wird von vielen als das älteste Symbol des Christentums Lateinamerikas bezeichnet. Von dort aus hat Papst Franziskus am Montag, etwa um 15.30 Uhr Ortszeit, ein wenig vor dem Zeitplan, der Stadt Holguín seinen Segen gegeben. Anschließend brach er zur zweiten Etappe seine Kubareise nach Santiago auf.

Der Heilige Vater wurde von einer Gruppe von etwa 30 Kindern begrüßt, die Freudeshymnen und geistliche Lieder sangen und aufgeregt Flaggen des Vatikans und Kubas schwenkten. Am Ende des Segens beglückwünschte sie Franziskus: „Ihr habt sehr gut gesungen.“ Er bat sie, nicht zu vergessen für ihn zu beten.

„Allmächtiger Vater, ich bitte Dich demütig, mit Wohlwollen die Kinder dieser Erde zu betrachten, die Deinen Segen erflehen“, betete der Papst während der Zeremonie. Es war dies ein Segen von einem besonderen Ort aus: Von diesem Hügel, 261 Meter über dem Meeresspiegel, zeigt sich ein einmaliges Panorama, 360 Grad über die Insel Kuba.

Symbolisch wirkt der Querbalken des dort aufgestellten Kreuzes, als ob das gesamte karibische Land und die Leute von dort umarmt würden. Trotz jahrzehntelangem staatlichen Atheismus bezeugt dieses Kreuz wie viele andere Vermächtnisse und Zeichen die christlichen Wurzeln Kubas, gewachsen seit der Ankunft der spanischen Siedler auf der Insel.

Die Errichtung des Kreuzes stammt aus dem achtzehnten Jahrhundert, auf Initiative des Franziskaner-Missionars Pater Francisco Antonio de Alegria. Sofort wurde es ein Wallfahrtsort für die Bewohner der Region. Eine Tradition ist am Leben geblieben, obwohl das ursprüngliche Kreuz durch einen Blitzschlag zerstört wurde.

Es war am 25. März, dem Fest der Verkündigung des Herrn im Jahr 1956, als zwei Stämme, die das Kreuz bilden sollten, auf den Loma de la Cruz gebracht wurden. Die feierliche Segnung erfolgte wenige Wochen später, am 3. Mai, dem Fest des Heiligen Kreuzes, sowie dem traditionellen Tag der Wallfahrt für die Bewohner von Holguín und Umgebung. An diesem Ort wird jedes Jahr auch ein weltliches Fest gefeiert: das Romerías de Mayo (Mai-Festival), ein kulturelles Ereignis, zu dem sich junge Menschen dort versammeln.

Vor dem Erklimmen der 458 Stufen, die auf den Loma de la Cruz führen, besuchte Papst Franziskus die Kathedrale von San Isidoro de Holguín, wo im Atrium des Gebäudes eine Statue des Heiligen Johannes Paul II. aufgestellt worden ist.

Die Bronze-Skulptur, etwa drei Tonnen schwer, wurde von kubanischen Künstlern kurz nach dem Tod von Papst Johannes Paul II. im Jahr 2005 geschaffen. Die Darstellung zeigt den polnischen Papst mit dem rechten Arm zum Segen erhoben. Es war die erste Statue in Kuba, die zu Ehren des Heiligen Johannes Paul II. gestaltet wurde, jedoch ist sie nicht die einzige. In Santa Clara, im Zentrum der Insel, steht eine weitere seit 2008. Zehn Jahre zuvor, im Jahr 1998 hatte Papst Johannes Paul II. die Karibikinsel besucht. Es war eine Reise von historischem Ausmaß, die damals für den sicheren Pfad von Papst Franziskus heute die Bresche geschlagen hat.

[Übersetzung aus dem Italienischen: Michaela Koller]

 

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