Bischof Voderholzer nimmt Stellung zum Flyer über die Gendertheorie

„Schon selbst ein Dokument des Gender-Mainstreaming“

Von Michaela Koller

REGENSBURG, 10. Januar 2016 (Vaticanista/ZENIT.org).- Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat eine im Namen der Deutschen Bischofskonferenz herausgegebenen Kurzinformation zur Gendertheorie kritisiert. „Irreführend“, „kühn“ oder auch „zweideutig“ – mit diesen Worten bewertet der Bischof einzelne Punkte im Infoblatt. „Es geht darin um die Infragestellung der Heterosexualität als das Normale und Schöpfungsgemäße“, fasst Voderholzer seine Hauptkritik an der ideologischen Ausrichtung des Flyers zusammen.

Er erinnert in seiner auf der Webseite des Bistums veröffentlichten Stellungnahme daran, dass Papst Franziskus das Gender-Mainstreaming in der Vergangenheit mehrfach kritisierte und zitiert als Beleg aus der Ansprache zur Generalaudienz am 15. April dieses Jahres: „Ich frage mich zum Beispiel, ob die sogenannte Gender-Theorie nicht auch Ausdruck von Frustration und einer Resignation ist, die darauf abzielt, den Unterschied zwischen den Geschlechtern auszulöschen, weil sie sich nicht mehr damit auseinanderzusetzen versteht“, sagte Papst Franziskus bei dieser Gelegenheit.

Bischof Rudolf Voderholzer

Copyright: Pressestelle Bistum Regensburg

Entsprechend der Gliederung des Blattes unterteilt der Bischof seine Kritik in sieben Punkte: Schon im ersten Absatz sieht er das Problem, dass nicht belegt wird, wer für Drohungen und Diffamierungen in der Debatte um das Gender-Mainstreaming verantwortlich ist. „In der Regel sind es besonders die gendersensiblen Theologinnen und Theologen, die die Kritiker des Gender-Mainstreaming in die Nähe von AfD, Pegida und dem ‚rechten Rand‘ bringen“, entgegnet er.

Das Phänomen der Intersexualität wurde im zweiten Punkt offenbar nur unvollständig referiert: Dazu ergänzend betont Bischof Voderholzer, dass es sich um einen äußerst seltenen Defekt handelt. In den folgenden Punkten wird die Befürchtung des Bischofs deutlich, dass mit dem Gender Mainstreaming lediglich ein Ziel verfolgt werde: Alle sexuellen Orientierungen hätten als gleichrangig zu gelten. Es stellt klar, dass dies weit über ein Diskriminierungsverbot hinausgehe: „Homosexualität darf also kritisiert werden und die Kritik ist noch keine Diskriminierung“, schreibt er. Der Regensburger Oberhirte vermisst die Feststellung gemäß des christlichen Menschenbildes, dass Sexualität auf die Weitergabe des Lebens hin angelegt sei. „Ehe und Familie kommen im ganzen Flyer nicht vor“.

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