IGFM fordert staatliche Notrufnummer bei Gewalt gegen Flüchtlinge

Schnelle Hilfe und Prävention dringend notwendig

FRANKFURT, 6. November 2016 (Vaticanista).- Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert die Einrichtung einer staatlichen Notrufnummer für Opfer von Mobbing, Drohungen und Gewalt in deutschen Flüchtlingsunterkünften. Christen, Jesiden und andere Flüchtlinge geraten immer wieder durch radikale Gruppen unter Druck, wenn sie deren Regeln nicht folgen. In den Heimen, wo sich radikale Gruppierungen zu entfalten trachten, geht nach Einschätzung der IGFM Angst unter Minderheiten um. csm_nottelefon-fuer-fluechtlinge-gefordert_d1d9f9db9d

Opfer und Bedrohte müssten rasch in Sicherheit gebracht werden. Daher fordert die Menschenrechtsorganisation eine bundesweite mehrsprachige Notrufnummer, wie das bereits erfolgreich bestehende ‚Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen‘, das rund um die Uhr und an jedem Tag des Jahres erreichbar ist.

In vielen mehrheitlich islamischen Herkunftsländern der Flüchtlinge gelten religiöse Vorschriften, wie etwa die zum Fasten im Ramadan, nur für Muslime. Jedoch liegen der IGFM seit Jahren Informationen von Übergriffen gesellschaftlicher Gruppen oder auch von Polizeikräften auf Angehörige der Minderheiten in diesen Ländern vor, um sie zum Fasten, Alkohol- und Schweinefleischverzicht zu zwingen. Offenbar sind diese Rechtsvorstellungen nun auch unter einigen strenggläubigen Muslimen in deutschen Flüchtlingsunterkünften präsent.

Eine vierköpfige christliche Familie im hessischen Seligenstadt zum Beispiel musste im Sommer nach einem gefährlichen Angriff in Sicherheit gebracht werden. Eine Gruppe von sechs muslimischen Heimbewohnern ärgerte sich darüber, dass die Christen die Regeln des Fastenmonats nicht befolgt haben. Schließlich wurden die Eltern (55 und 57 Jahre alt) und die Söhne (25 und 28 Jahre alt) mit mehreren Gegenständen (Besenstiele, einer Wasserpfeife und einer Pfanne) angegriffen und verletzt.

Der Familienvater, der Prellungen erlitt, musste für mehrere Tage in eine Klinik. Die Mutter wurde am Kopf verletzt, die Söhne ebenso am Kopf und auch an den Armen, wie aus den Krankenhausberichten hervorgeht. Polizei sowie das örtliche Regierungspräsidium wurden eingeschaltet. Jedoch wurde das Verfahren Ende August, wie Ermittlungen in zahlreichen vergleichbaren Fällen, eingestellt, weil die Angreifer es als einen Streit darstellten. So stand Aussage gegen Aussage. Die Familie aus dem irakischen Mossul hat ihre Heimat verloren und ist entsprechend traumatisiert.

In München bedrängte eine radikalislamische Gruppe schon vor dem Ramadan alle Bewohner der Einrichtung, zu den fünf Gebetszeiten mitzubeten. Ein 20-jähriger Informatikstudent aus Homs, der als Flüchtling in Sonthofen lebte, musste ebenso von seiner Unterkunft an einen sicheren Ort gebracht werden, weil er das Mobbing nicht mehr aushielt. (mk)

 

Artikel drucken

Dieser Beitrag wurde unter Empfehlung der Redaktion, Nachrichten, Religionsfreiheit - Menschenwürde veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.